Kreisverband Ravensburg

Peter Schröder: Sonntagsöffnung und Abendverkäufe gehen zu Lasten der kleineren Geschäfte

Datum: 
15.01.2011

Christa Gnann: Geplanter DB-Stresstest zu Stuttgart 21 ohne neutrale Gutachter ist so, als wenn die Panzerknackerbande beauftragt würde den Geldschrank von Dagobert Duck zu bewachen.

Die Situation der örtlichen kleinen Einzelhändler und ihr Verhältnis zum Wirtschaftsforum, ein Rückblick auf den Ravensburger Weihnachtsmarkt, die Auswirkungen von Stuttgart 21 (nicht nur) auf die Region waren die Themen einer Kreisversammlung der Ökologisch-Demokratischen Partei(ÖDP). Außerdem ging es um die Organisation der bevorstehenden Landtagswahl.
Der ÖDP-Kreisvorsitzende Peter Schröder wies auf die hohen Hürden hin, die einer noch nicht im Landtag vertretenen Partei vor einer Kandidatur gemacht würden: So muss die ÖDP, die in allen 70 Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt hat, in jedem einzelnen dieser 70 Landtagswahlkreise 150 gültige Unterschriften bis zum 27. Januar auf den jeweiligen Kreiswahlämtern vorlegen, um in einem Wahlkreis überhaupt antreten zu dürfen.

Bei der Diskussion über den Ravensburger Weihnachtsmarkt kritisierten mehrere Diskussionsteilnehmer, dass dieser Markt zu lang sei, sich für die meisten der beteiligten Stände nicht oder zu wenig rentiere und auch zu Lasten nicht weniger insbesondere kleinerer Ravensburger Geschäfte gehe. In einer einstimmigen Erklärung kam der Kreisverband Ravensburg zum Ergebnis, dass zwei Wochen mit insgesamt drei Wochenenden als Länge für den Weihnachtsmarkt voll ausreichend seien.
Schröder appellierte an das Wirtschaftsforum sich seiner Macht und Verantwortung auch den kleineren Geschäften gegenüber stärker bewusst zu werden. Das gelte auch in besonderer Weise für die Sonntagsöffnung und für verlängerte Abendverkäufe. Solche erweiterten Öffnungszeiten würden sich nur für einzelne Große rentieren, sie gingen aber massiv zu Lasten der Mitarbeiter, ihrer Familien und insbesondere zu Lasten der vielen kleineren Geschäfte, die aus Image- und Konkurrenzgründen mitmachen müssten.

Zum Thema Stuttgart 21 meinte Christa Gnann, die Landtagskandidatin der ÖDP, dass die zusätzlichen Milliarden, die das Unter-die-Erde-Gehen verschlinge, zu Lasten des Nahverkehrs, des flächendeckenden Verkehrs ginge und bei der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene fehlen würde. Die Bahn solle lieber mehr Geld investieren, um im heißen Sommer oder kalten Winter ihre Problemfelder zu beheben. Wenn die Bahn jetzt den Stresstest für Stuttgart 21 wie angekündigt ohne Beteiligung neutraler Gutachter und der Fachleute des Aktionsbündnis durchführen wolle, so käme das dem gleich, als würde man die Panzerknackerbande damit beauftragen auf den Geldschrank von Dagobert Duck aufzupassen. Einstimmig sprachen sich die ÖDP-Mitglieder für den Erhalt des Kopfbahnhofs aus, wie es auch die Zielsetzung der Landespartei sei.

Christa Gnann wies auf die beiden Hauptveranstaltungen der ÖDP zur Landtagswahl hin, am Freitag, den 4. Februar im Engel zum Thema: "Was kostet uns die Massentierhaltung - Die Lobby des Agrar Business kassiert - auf Kosten von Mensch, Tier und Klima!" Referentin ist die Tierärztin Karin Ulich aus Sigmarszell. Und für Dienstag, den 1. März sei Sebastian Frankenberger ebenfalls im Engel zu Gast:
Sebastian Frankenberger, 29 Jahre alt, ist seit November ÖDP-Bundesvorsitzender und Initiator des bayrischen Volksbegehren "für echten Nichtraucherschutz". Sein Thema in Ravensburg lautet: "Direkte Demokratie, Chancen und Gefahren."

Peter Schröder