Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und Grün-Rot bei der zurückliegenden Landtagswahl sei sehr zu Lasten der kleineren Parteien gegangen. So bewertete der Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei Peter Schröder die Wahlergebnisse: "Die Mehrheit der Wähler wollte einen Wechsel." Und die Ursache für diesen Wunsch habe keineswegs nur in der Atompolitik gelegen.
Vor dem Hintergrund der angeblich "verlorenen Stimmen" seien auch die ÖDP-Ergebnisse zu bewerten. Fast "sensationell gut" seien die 10,1% der ÖDP-Landtagskandidatin Christa Gnann in ihrer Heimatgemeinde Grünkraut. "Nicht zu Lasten der Grünen", wie Christa Gnann ihr Ergebnis deutete: Mit 26,5% lagen die Grünen in Grünkraut trotz des ÖDP-Erfolges noch immer deutlich über dem grünen Landesdurchschnitt von 24,2%.
In der Familien- und Schulpolitik, beim Schutz des ungeborenen Lebens, in der Ablehnung von Firmenspenden, aber auch in der Konsequenz der ökologischen Zielsetzung unterscheide sich die ÖDP von den Grünen.
Im Wahlkreis 69 Ravensburg und landesweit habe es gegenüber 2006 eine Verdoppelung der ÖDP-Stimmen gegeben, leider sei die ÖDP aber landesweit mit 0,9% um 0,1% unter der Wahlkampfkostenerstattungsgrenze geblieben. So müssten weiterhin die Stuttgarter Landesgeschäftsstelle der ÖDP und jeder verteilte Flyer und jedes aufgestellte Plakat samt Plakattafel von den ÖDP-Aktiven selber bezahlt werden. Vor diesem Hintergrund sei es - abgesehen vom Arbeitsaufwand - umso ärgerlicher, dass im Rahmen des Wahlkampfes allein in der Ravensburger Innenstadt etwa 60 ÖDP-Plakattafeln abgerissen und gestohlen worden seien, bemerkenswerterweise auch fast alle Tafeln mit dem Foto des im November 2010 gewählten neuen ÖDP-Bundesvorsitzenden Sebastian Frankenberger, dem Initiator des erfolgreichen bayerischen Nichtraucherschutzbegehrens.
Weitere Themen des ÖDP-Treffens waren der Ravensburger Weihnachtsmarkt und die geplanten Sonntags- und Abendöffnungen.
Peter Schröder erklärte dazu folgendes:
Insbesondere im Interesse der vielen kleinen und mittleren Geschäfte müsse der Tendenz zu Sonntags- und Abendöffnungen unbedingt gegengesteuert werden. Die zusätzlichen Öffnungszeiten brächten insbesondere den kleinen und mittleren Betrieben keinen dem zusätzlichen Aufwand entsprechenden Umsatz. Schröder zitierte dazu einen nicht unbedeutenden Ravensburger Geschäftsmann, der sich beklagte: "Die Öffnung hat gar nichts gebracht, außer dass wir mit einigen Mitarbeitern die ganze Zeit rumstanden. Aus Konkurrenz- und Imagegründen müssen wir aber mitmachen, es ist aber für uns eine ganz schlimme Sache. Wir können aber dem Kunden doch nicht sagen: Es ist meine Lebensqualität, die dabei kaputt geht."
Die geplante Verkürzung des Ravensburger Weihnachtsmarktes auf 3 Wochen wurde von der Versammlung einstimmig begrüßt.
Peter Schröder